Schülertexte: Gegen Diskriminierung!

Der Mensch hat sich seit dem Mittelalter weiterentwickelt! Aber stimmt das wirklich?

Während der Pest wurden Juden zu Sündenböcken erklärt und als Brunnenvergifter verunglimpft, verfolgt und vertrieben. Heute gibt es weltweit Berichte über Diskriminierungen und Anfeindungen asiatisch aussehender Menschen, die man für die Coronoa-Pandemie verantwortlich macht.

Gewisse Muster menschlichen Handelns haben sich also auch über die Jahrhunderte gehalten. Zwischen ihnen und der offenen Gewalt des Mittelalters steht häufig nur der Rechtsstaat. Die Auseinandersetzung mit dem Thema ist deshalb so wichtig, um Menschen über diese Muster aufzuklären und ihnen entgegenzutreten. Frau Hirschfelder hat dies mit der Klasse 8B im Gewi-Unterricht getan. Drei absolut lesenswerte Schülertexte stellen wir nun hier vor.


Vorwort von Fr. Hirschfelder

Gerade in diesen herausfordernden Tagen der Corona-Krise, die uns in einem besonderen Maße zur gegenseitigen Rücksichtnahme und Solidarität verpflichtet, um das Leben und die Gesundheit unserer Mitmenschen zu schützen, lässt sich leider auch vermehrt beobachten, wie Egoismus, Nationalismus und Ausgrenzung Einzug in unseren Alltag halten. Ob als Kampf um‘s Toilettenpapier, als sich voneinander abschottende Länder oder gar als rassistische Übergriffe auf asiatisch aussehende Menschen, die Krise birgt neben Momenten gegenseitiger Hilfe auch die Gefahr der Entzweiung.

So bietet es sich an, gerade jetzt einige Schülerinnentexte aus dem Gewi-Unterricht zu veröffentlichen, die sich, nach intensiver Beschäftigung mit den Folgen von Vorurteilen und Diskriminierung, für ein friedliches Miteinander stark machen und nicht ungehört bleiben sollen.

In diesem Sinne: Lasst uns diese herausfordernde Zeit als Weltgemeinschaft durchstehen und zeigt euren Mitmenschen Solidarität und Respekt, egal, woher sie kommen und was ihre Geschichte ist. Bleibt gesund und passt auf euch und eure Liebsten auf.

Danke an die Klasse 8b für die schönen Lernergebnisse.


Gegen Diskriminierung und Rassismus (Jana, 8B)

Ich bin Jana aus der Klasse 8b. Unser Unterrichtsthema im Gewi-Unterricht ist momentan Diskriminierung und Rassismus. Ich finde es wichtig, darüber zu schreiben, weil es zu viel Diskriminierung und Rassismus auf dieser Welt gibt. Es ist nicht fair, dass zum Beispiel Dunkelhäutige schlechtere Chancen haben, eine Wohnung zu bekommen, nur wegen ihres Aussehens, ihrer Herkunft oder ihrer Religion, oder, dass man wegen seines Namens einen Job nicht bekommt. Man muss sich einfach mal vorstellen, wie das ist, in ein anderes Land zu ziehen und eine andere Sprache lernen zu müssen. Nur, weil jemand eine dunklere Hautfarbe hat, heißt das außerdem noch lange nicht, dass er/sie kein Deutscher ist. Man könnte versuchen, Vorurteile zu vermeiden, indem man mit dem Herzen sieht. Man könnte auch, wenn man Personen sieht, die diskriminiert oder rassistisch beleidigt werden, dazwischen gehen. Es könnte dadurch viel friedlicher werden. Denkt einfach mal darüber nach.


Wie wir durch ein Experiment gelernt haben, was Diskriminierung bedeutet (Charlaine, 8B)

Ich bin Charlaine, 13 Jahre alt, und gehe in die 8. Klasse. Ich schreibe heute über das Thema Diskriminierung und was es mit einem Menschen macht, wenn er diskriminiert wird. Mit diesem Text möchte ich euch sagen, dass kein Mensch es verdient hat, diskriminiert zu werden und kein Mensch das Recht hat, einen anderen Menschen zu diskriminieren. Niemand hat es verdient, aufgrund seiner Hautfarbe, Augenfarbe und seines körperlichen Aussehens fertig gemacht zu werden.

Jetzt zu dem Thema, was man unter Diskriminierung eigentlich versteht: Darunter versteht man, einen Menschen wegen seiner Äußerlichkeit fertig zu machen und das zumeist mit Worten oder Taten. Menschen könnten dadurch anfangen, sich zu hassen, ihr Selbstbewusstsein zu verlieren und zu Außenseitern gemacht werden.

Wir als Schüler, die in meiner Klasse blaue Augen haben, wurden im Rahmen eines sozialen Experiments von unserer Gewi-Lehrerin für ein paar Minuten ausgegrenzt, damit wir mal merken, wie es sich anfühlt. Sie sortierte uns dazu nach blauen Augen (Gruppe 1) und braunen Augen (Gruppe 2). Gruppe 2 durfte sich in einen Stuhlkreis setzen, essen und Spiele spielen. Gruppe 1 musste einen „Test“ schreiben. Irgendwann wurde das Experiment aufgelöst und auch wir durften in den Stuhlreis. Sie erklärte uns dann, warum sie das tat. Sie wollte uns zeigen, was es mit uns macht, aufgrund eines Merkmals (blaue Augen) benachteiligt zu werden, für das man gar nichts kann. Viele Blauäugige waren sehr wütend und überrascht, als sie nicht mitspielen durften. Sie fanden es unfair und verstanden es nicht.

Mit dem Text möchte ich mich dafür einsetzen, dass kein Mensch es verdient hat, diskriminiert zu werden, mit Vorurteilen behandelt zu werden oder unter Rassismus zu leiden. Jeder Mensch hat Vorurteile, aber man sollte sie nicht immer so äußern, wie man sie denkt, weil, wenn man einen Menschen nicht mal zu 30% kennt, dann sollte man – auf Deutsch gesagt – die Klappe halten. Man kann einen Menschen nicht ändern und das sollte auch keiner, wirklich keiner, versuchen. Menschen können an Diskriminierung und Ausgrenzung kaputt gehen und das ist nicht schön mit anzusehen. Und wenn ihr das mitbekommt, solltet ihr zu der ausgrenzenden Person gehen und ihr das sagen.

Mein Schlusssatz lautet daher:

„Ein deutsches, ein türkisches, ein afrikanisches Kind, ein asiatisches Kind drücken beim Spielen die Hände in Lehm. Nun geh‘ und sag‘, welche Hand von wem ist.“


Neue Versuche zum Verbessern der Menschenwelt (Emily, 8B)

Hallöchen, ich bin Emily aus der 8b. Ich gehe auf die Wolfgang-Amadeus-Mozart-Schule. Im Gewi-Unterricht diskutieren wir über Vorurteile, Diskriminierung und Rassismus. Es ist deshalb wichtig, darüber zu reden und schreiben, weil es sehr, sehr viele Menschen da draußen betrifft. Mir wäre es wichtig, dass die Menschen eine Chance bekommen, sich gegenseitig kennenzulernen und somit die Fremden zu Bekannten zu machen.

Der Schwester meiner Freundin passiert es öfter, dass sie in Diskos wegen ihrer angeblichen Hautfarbe und Herkunft nicht herein darf. Dabei kommt sie sogar aus Deutschland. Und selbst wenn nicht, was wäre das Problem? Sie verhandelte einmal, dass sie doch rein durfte, aber nur unter Aufsicht. Das hieß ständige Beobachtung. Sie fühle sich sehr unwohl in der Disco. Ein Unbekannter beschimpfte sie sogar mit hässlichen Worten und dann war sie einfach gegangen, bevor noch mehr passieren würde. Meine Freundin erzählte mir noch, dass sie weinte, als sie zu Hause ankam.

Was ist nur aus unserer respektvollen, höflichen und leicht chaotischen Welt geworden?? Wir reden nur noch mit unseresgleichen, dabei sind wir alle Menschen. Ein paar höfliche Begegnungen mit unseren Mitmenschen aus anderen Ländern und der nächste Weltkrieg kann uns erspart bleiben! Denn wenn wir weiter andere diskriminieren und alle über einen Kamm scheren, anstatt uns mit den Menschen auseinanderzusetzen und zu versuchen, sie zu verstehen und mit dem Herzen zu sehen, werden wir nie in einer harmonisierten Welt leben.

Wir sind alle aus Fleisch und Blut, aber müssen wir uns wirklich benehmen wie taubschreiende Bestien?


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